Mittwoch, 16. September 2026 - Saisonstart

um 17.15 Uhr und 20.15 Uhr

"Die Treibende Kraft"

Deutschland 2025

Genre: Dokumentarfilm
Dauer: 78 Min.
Regie & Drehbuch: Klaus Peter Karger
FSK 0

 

„Die treibende Kraft“ porträtiert die gebürtige Trossingerin Angelika Nain, die seit 30 Jahren als bildende Künstlerin arbeitet. Seither gelingt es ihr, in Verbindung mit Nebentätigkeiten, weitestgehend von ihrer Kunst zu leben. Ihre Werke sind dabei stets geprägt von persönlichen Erfahrungen.

 

Angelika Nains langjährige Arbeit mit Flüchtlingen und ihre Reisen nach Afrika spiegeln sich ebenso in ihrer Kunst wider wie ihre Zeit als Crewmitglied auf einem Seenotrettungsschiff. Auch der Garten als (Zufluchts-) Ort der Reflexion über Natur und Vergänglichkeit spielt eine zentrale Rolle in ihrem Leben. 

 

Klaus Peter Karger hat sich für sein Künstlerporträt bewusst für eine Person entschieden, die nicht berühmt ist. Und, wie seine Stimme aus dem Off erklärt, „deren Werke nicht hochpreisig gehandelt“ werden.
Angelika Nain ist eine von rund 50 000 bildenden Künstler:innen  in Deutschland und sie steht gewissermaßen exemplarisch für diese Zunft. Kunstschaffende leben, ebenso wie freie Journalisten oder Schauspieler, oft in prekären Situationen.

Offen und freimütig äußert sich auch Angelika Nain über die Herausforderungen und Schwierigkeiten, gerade zu Beginn der künstlerischen Tätigkeit ausreichend Einnahmen zu generieren. Sie gibt damit ihren Kolleginnen und Kollegen eine wichtige Stimme.
Überhaupt: Die Interviews profitieren von der Nähe und Vertrautheit zwischen Protagonistin und Karger, die sich lange kennen.

 

In diesen intimen, unverstellten Momenten beobachtet Karger die Szenerie unkommentiert, allein Arbeits- und Alltagsgeräusche sind zu hören. Besonders nah kommt man der Künstlerin in den Szenen außerhalb des Ateliers. Zum Beispiel bei Ausflügen zu den idyllischen Auenwäldern und Rheinwiesen unweit ihres Wohnortes. Oder im großen heimischen Garten, in dem Angelika Nain Inspiration für ihre Druckgrafiken erfährt und dabei voll und ganz in ihre Gedankenwelt eintauchen kann. Zwischendurch sehen wir sie bei Telefonaten mit Geflüchteten, für die sie sich seit vielen Jahren einsetzt.

 

Es ist die große Stärke des Films, sowohl das private wie auch das berufliche Leben der Porträtierten gleichsam und gleichberechtigt zu berücksichtigen und abzubilden. Und damit die unmittelbaren Wechselwirkungen, die gegenseitige Beeinflussung dieser beiden Bereiche, aufzuzeigen. 

 

 

 

Kontakt:                                 

Anke Weier

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