Mittwoch, 14. September 2022 um 20.15 Uhr

"The Artist" zum Saisonstart

Frankreich 2011
Romanze, 100 Min., FSK 6, schwarz/weiß Stummfilm
Regie & Drehbuch:
Michel Hazanavicius

5 OSCARS

 

Ende der 1920er Jahre schickte sich der Tonfilm an, die Sehgewohnheiten des Publikums zu revolutionieren und das Ende der glorreichen Zeit des Stummfilms einzuläuten. Mit „The Artist" entführt uns der französische Regisseur Michel Hazanavicius in diese Epoche zurück und verdeutlicht uns, wie wunderbar das Kino auch ohne Worte funktionieren kann. Elegant fotografiert lässt „The Artist" mit seiner Schwarz-Weiß-Ästhetik auf leichtfüßige und überaus unterhaltsame Weise diese goldene Ära Hollywoods wieder auferstehen und ist eine wundervoll detailverliebte Hommage an die Klassiker der damaligen Zeit. Nie angestaubt, sondern immer frisch, ironisch und verspielt ist der moderne Stummfilm ein Fest der amüsanten Einfälle, der darstellerischen Spielfreude und der nostalgischen Reminiszenzen an Charlie Chaplin, Fritz Lang & Co.

 

Hollywood, 1927: Stummfilmstar George Valentin lässt sich bei der Premiere zu seinem neuen Film „A Russian Affair" vom jubelnden Publikum feiern. Durch einen glücklichen Zufall steht die junge Peppy Miller nach der Kinovorstellung plötzlich neben ihrem großen Idol. Die Presse fotografiert die beiden auf dem roten Teppich und bereits am nächsten Tag ist auf einem Titelblatt die Frage zu lesen: „Who's that girl?" Peppy geht daraufhin voller Stolz zu einem Casting und ergattert eine kleine Rolle in George Valentins nächstem Film. Mit ihrer unbekümmerten Art zieht die junge Frau den Hollywoodstar in einer gemeinsamen Tanzszene sogleich in ihren Bann. Doch dann trennen sich die Wege des verheirateten George Valentin und der ihn anbetenden, unbekannten Nachwuchsdarstellerin erst einmal wieder. Während die Einführung des Tonfilms George schwer zu schaffen macht und seinen Stern mehr und mehr erlöschen lässt, wird Peppy vom Hollywoodstudio des mächtigen Produzenten Zimmer als hoffnungsvolles Talent konsequent gefördert. Schon bald ist sie die Leinwandgöttin des jungen Tonfilms und Georges Ruhm nur noch eine alte Kamelle. Aber Peppy kann ihr geliebtes Kinoidol nicht vergessen und lässt ihn auch am Abgrund stehend nicht im Stich...

 

Fazit: „The Artist" bietet ein magisches Leinwanderlebnis, das die Universalität des Geschichtenerzählens sowie die Historie des Kinos zelebriert und dabei nicht nur Nostalgikern ein anhaltendes Lächeln ins Gesicht zaubert.

Quelle: Ulf Lepelmeier

Mittwoch, 28. September 2022 um 20.15 Uhr

"Das Licht, aus dem die Träume sind"

 

Indien/Frankreich 2021
Drama, 112 Min., FSK 12
Regie & Drehbuch: Pan Nalin
FBW - 5 Sterne

 

Der große Saal, die rauschenden Farben, das Rattern des Filmprojektors – die erste Kinoerfahrung ist eine ganz besondere. Auch die Welt von Samay, der mit seiner Familie in einem kleinen Dorf in Indien lebt, wird auf den Kopf gestellt, als er von seinem Vater zum ersten Mal in das örtliche Kino mitgenommen wird. Danach ist er sich sicher: Er möchte Filme machen!

Ein glücklicher Zufall lässt ihn auf den Filmvorführer Fazal treffen, der von den Kochkünsten von Samays Mutter begeistert ist und ihn im Austausch gegen den Inhalt seiner Lunchbox kostenlos Filme schauen lässt. Kurzerhand beginnt Samay die Schule zu schwänzen und seine Zeit lieber im Projektionsraum des Kinos zu verbringen.

 

Hier taucht er Tag für Tag in fantastische Welten ein. Doch die Idylle droht ein jähes Ende zu finden: Die Ära des Zelluloids neigt sich ihrem Ende zu und dem örtlichen Kino droht die Schließung. Samays Vater ist außerdem nicht begeistert von den Plänen seines Sohnes, Licht einzufangen und Bilder in Bewegung zu setzen. Um seinen Traum zu verwirklichen, muss Samay die Rettung des Kinos selbst in die Hand nehmen – denn seine Geschichte besteht darauf, erzählt zu werden.

 

In warmen, nostalgischen Bildern lässt DAS LICHT, AUS DEM DIE TRÄUME SIND die ersten Berührungspunkte mit der großen Liebe zum Kino auferstehen. Regisseur Pan Nalin ist ein zärtlicher und bewegender Liebesbrief an die Kraft des Kinos und des Geschichtenerzählens auf der großen Leinwand gelungen. Ein kraftvoller und entzückender Film, der in eine wunderbare Welt aus Licht und Zelluloid entführt und beweist, dass der Traum des Kinos nie zu groß geträumt werden kann.

 

 

Kontakt:                                 

Anke Weier

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