Mittwoch, 13. November 2019 um 20.15 Uhr

"Yuli"

Spanien/Kuba/Großbritannien 2018   l   Genre: Biopic/Musik

Dauer: 110 Min.   l   deutsche Fassung   l   FSK 6
Regie: Icíar Bollaín   l  
Drehbuch: Paul Laverty

 

Prädikat besonders wertvoll

 

Carlos Acosta (Edilson Manuel Olbera, als junger Carlos) wächst in Havanna auf Kuba auf. Seine Eltern sind geschieden, leben aber noch zusammen, die Familie hat wenig Geld. Carlos‘ Vater ist streng und wünscht sich eine bessere Zukunft für seinen Jungen.

 

Als er Carlos‘ großes Talent fürs Tanzen bemerkt, meldet er ihn gegen den Willen seines Sohnes bei der staatlichen Ballettschule an. Der Vater sorgt mit harter Hand dafür, dass Carlos seine Ausbildung beendet, zuletzt sogar in einem Ballett-Internat in der Provinz, fernab der Familie.

Yuli lernt, mit der Einsamkeit zu leben. Der Tanz wird vom Zwang zur Zuflucht. Und schon bald merken alle, die Carlos tanzen sehen: Hier tanzt ein zukünftiger Star.

 

In ihrem Film YULI verbindet die spanische Regisseurin Icíar Bollaín Tanz und Film auf faszinierende Weise. Denn in die Geschichte von Carlos, seiner Kindheit und seiner Karriere, lässt Bollaín immer wieder Tanzszenen einfließen, choreografiert von Maria Rovira. Diese wunderschön inszenierten Sequenzen, in denen auch Acosta als Tänzer zu erleben ist, ergänzen die Handlung und verleihen vielen Momenten, die mit Worten nicht zu fassen sind, zusätzliche starke Emotionen. So bleibt vieles unausgesprochen und wird doch für den Zuschauer deutlich: Die Gewalt des Vaters gegen den Sohn, die Verlockungen für Carlos in der großen weiten Welt – und außerdem das Gefühlsleben des Mannes, der ein gefeierter Künstler ist. Aber der auch darunter leidet, seine Heimat verlassen zu müssen.

 

Denn YULI ist auch ein Film über Kuba, die Geschichte des Landes und die Menschen, die dort leben. Bollaín zeigt das Land als Sehnsuchtsort und fängt es in faszinierenden Bildern ein. Doch sie verschweigt auch nicht die harte Realität, die Zerrissenheit des Landes, die Armut und die Repressalien aufgrund der schwierigen politischen Lage.

Icíar Bollaíns YULI ist ein kraftvoller, begeisternder und berührender Film über einen einzigartigen Tänzer und gleichzeitig eine tief empfundene Liebeserklärung an dessen Heimat.

Quelle: fbw-filmbewertung.de

 

Mittwoch, 27. November 2019 um 20.15 Uhr

"Astrid"

Schweden/Dänemark 2018   l   Genre: Biopic

Dauer: 123 Min.   l   deutsche Fassung   l   FSK 6

Regie: Pernille Fischer Christensen   l   Drehbuch: Kim Fupz Aakeson & Pernille Fischer Christensen

Prädikat besonders wertvoll

 

Berührender Spielfilm über die junge Astrid Lindgren, die mit 18 Jahren ungewollt schwanger wird und ihr Heimatdorf verlassen muss, um in Stockholm ein neues Leben zu beginnen.
Schweden, Anfang des 20. Jahrhunderts. Astrid Lindgren wächst mit ihren jüngeren Geschwistern auf dem Bauernhof ihrer Eltern im ländlichen Vimmerby auf. Obwohl die Eltern streng sind, sind sie auch darauf bedacht, ihre Kinder mit Wärme zu frei denkenden und selbstbewussten Menschen zu erziehen. Und so darf Astrid, als sie 18 ist, in der lokalen Zeitung ein Volontariat beginnen. Doch dann verliebt sich Astrid in den verheirateten Chefredakteur des Blattes – und wird schwanger.

 

Ihre Eltern beschließen, dass es das Beste wäre, wenn Astrid Vimmerby verlässt, um in Stockholm eine Ausbildung als Sekretärin zu absolvieren und ihr Kind zu bekommen. Als ihr Sohn Lasse geboren wird, muss Astrid ihn bei einer Pflegemutter lassen. Doch die Sehnsucht nach ihrem Kind und der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben lassen die junge Frau um beides entschlossen kämpfen.

 

ASTRID von Regisseurin Pernille Fischer Christensen erzählt seine Geschichte nach Motiven aus dem Leben der jungen Astrid Lindgren. Und obwohl der Film nur in einer dramaturgischen Klammer Lindgren als berühmte Autorin zeigt, die von allen Kindern auf der Welt für ihre Geschichten geliebt wird, zeigt sich doch im Film auch immer wieder die große Fantasie und die unbändige Lust am Leben, die sich später in all ihren Geschichten wiederfindet. Dazu macht der Film klar, dass Astrid Lindgren eine moderne Frau war, die sich gegen all die Widerstände der Gesellschaft und die Ansichten ihrer Eltern auflehnte. Die konservativ-strengen Umstände ihres dörflichen Lebens wirken realistisch und nachvollziehbar, die Eltern selbst aber auch liebevoll und warmherzig.

 

Die wunderschön komponierten Bilder werden untermalt von einem sanften unaufdringlichen Score. Und in Alba August, die hier ihren ersten großen Kinoauftritt hat, findet der Film seine ideale Hauptdarstellerin, die in ihrer Rolle auf kongeniale Weise das freche und selbstbewusste Auftreten einer modernen jungen Frau mit der Verletzlichkeit und Unbekümmertheit eines unerfahrenen Mädchens verbindet.
Quelle: fbw-filmbewertung.de

 

 

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