Mittwoch, 13. März 2019 um 20.15 Uhr

"Gundermann"

Genre: Drama/Biopic/Musik
Deutschland 2018

Regie: Andreas Dresen

Drehbuch: Laila Stieler

Länge: 127 Min.

FSK 12

 

GUNDERMANN erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. GUNDERMANN ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. GUNDERMANN ist ein Film über Heimat. Er blickt noch einmal neu auf ein verschwundenes Land. Es ist nicht zu spät dafür. Es ist an der Zeit.

 

Mit feinem Gespür, Zärtlichkeit und Humor wirft Regisseur Andreas Dresen in GUNDERMANN einen Blick auf das Leben von Gerhard „Gundi“ Gundermann, einem der prägendsten Künstler der Nachwendezeit. Er starb 1998, mit gerade einmal 43 Jahren. Das Drehbuch stammt von Laila Stieler. Die Hauptrolle spielt Alexander Scheer, der alle Lieder im Film selbst eingesungen hat. Anna Unterberger steht als seine Frau Conny Gundermann vor der Kamera. In weiteren Rollen sind unter anderem Axel Prahl, Thorsten Merten, Bjarne Mädel, Milan Peschel, Kathrin Angerer und Peter Sodann zu sehen.

Quelle: gundermann-derfilm.de

Mittwoch, 27. März um 20.15 Uhr

"Glücklich wie Lazzaro"

Genre: Märchen/Realität

Italien/Schweiz/Frankreich/Deutschland 2018

Regie & Drehbuch: Alice Rohrwacher

Länge: 127 Min.
FSK 12
FBW-Filmbewertung - Prädikat besonders wertvoll

 

Der faszinierend kunstvolle Spielfilm von Alice Rohrwacher erzählt von Lazzaro, der genügsam und zufrieden mit sich und der Welt inmitten einer kleinen Gemeinde in einem abgelegenen Tal in Italien lebt. Bis die Verkettung der Ereignisse das Leben aller für immer verändert.

Jeder erteilt ihm Befehle, keiner nimmt ihn wahr. Und doch ist Lazzaro, der junge Mann, der selten spricht und immer gehorcht, ein glücklicher Mensch. Er braucht nicht viel zu seinem Glück in dem Tal, wo er mit den anderen zusammenlebt. Das Tal selbst gehört einer reichen Gräfin, die die Bewohner wie Leibeigene ausnutzt. Als sie eines Tages ihren gelangweilten Sohn zu sich holt, findet dieser Gefallen an Lazzaros Gesellschaft. Doch eines Tages geschieht ein Unglück. Ein Unglück, welches für Lazzaro das Ende seiner Lebensreise bedeuten könnte. Aber in Wahrheit erst der Anfang ist.

 

Der neue Film von Alice Rohrwacher begeistert durch seine faszinierende Mischung von dokumentarisch anmutenden authentischen Aufnahmen und dem Stilmittel des magischen Realismus. Die kargen Umstände im abgelegenen Tal und später in der anonymen Großstadt fängt der Film komplett realistisch und ungeschönt ein. Die Last der harten Arbeit erscheint für den Zuschauer fast greifbar, so sehr wird die Kamera ein Teil des Geschehens. Und doch findet Rohrwacher genau die richtigen filmischen Mittel, um das Leben der Gruppe mit einer fast schon verträumten, malerischen Harmonie darzustellen.

 

Das kichernde Flüstern der Schwestern, das Zerstäuben des gedroschenen Heus in der Sommerluft, das Zirpen der Zikaden unter den Orangenhainen und die epochale Orgelmusik auf den Straßen der Großstadt – Rohrwacher arbeitet mit Licht, Tiefenschärfe, Musik und Sound, um die Atmosphäre des Films immer mehr zu verdichten. Und inmitten dieser fast schon träumerisch anmutenden Szenerie wirkt Lazzaro selbst wie ein Wesen, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. Adriano Tardiolos feine Gesichtszüge lassen Lazzaro wie einen Engel wirken. Und immer mehr auch wie einen Märtyrer, der das Leiden der Welt in sich aufnimmt und seine Unschuld nie verliert. Wie ein Mahnmal des Guten steht Lazzaro dabei auch inmitten einer von Kapitalismus und Gier korrumpierten Gesellschaft – eine kritische Haltung, die Rohrwacher immer streift, nie aber ins Zentrum ihrer Erzählung stellt.

 

GLÜCKLICH WIE LAZZARO ist ein mitreißender und begeisternder Filmfluss, dem man gerne folgt. Hohe Filmkunst, die glücklich macht.

Quelle: fbw-filmbewertung.com

 

 

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