Mittwoch, 03. Juli 2019 um 20.15 Uhr

"25 km/h"

Genre: Komödie/Road Movie

Deutschland 2018

Regie: Markus Goller
Drehbuch: Oliver Ziegenbalg

Länge: 116 Min.

FSK 6

 

Es macht sofort gute Laune, den Manager Christian (Lars Eidinger) in Anzug mit Krawatte auf dem alten Mofa mit Hochlenker kauern zu sehen. Gefolgt wird er von seinem Bruder Georg (Bjarne Mädel), ebenfalls im Beerdigungsanzug und auf einem motorisierten Zweirad, das die titelgebende Geschwindigkeit nicht übersteigt. Es sei denn, die Fahrt geht, mit lautem Geschrei Christians, gerade bergab. So durchzieht diese Komödie, in der es um die Befreiung aus persönlichen Sackgassen geht, schon rein optisch eine ironisch gebrochene Easy Rider-Atmosphäre.

 

Überhaupt ist ein auf das Medium Spielfilm im Allgemeinen und das Buddy-Movie im Besonderen anspielender Humor ein Kennzeichen dieser fidelen Komödie, die selbst aus lauter Versatzstücken besteht. Selbstbewusst präsentiert sie sich als Konfektionsware, die den Publikumsgeschmack treffen will. Denn ist Film nicht auch ein Konsumartikel wie ein Hugo oder ein Aperol Spritz, entweder in seiner Rezeptur gerade angesagt oder eben nicht?

 

Christian kehrt zur Beerdigung seines Vaters nach 30 Jahren in seinen Heimatort im Schwäbischen zurück. Er ist Manager in Singapur und Handyanrufe verfolgen ihn auf Schritt und Tritt. Georg hat das Provinzkaff nie verlassen, er wurde Tischler, kümmerte sich um seinen Vater, bis zum Schluss. Christian, der in Singapur einsam ist, kreischt vor Freude laut auf, als er auf dem Dachboden die alte Tischtennisplatte entdeckt. Ein nächtliches Match lockert auch den sehr reservierten Georg, spontan holen die Brüder ihre Mofas hervor und fahren los, fort, weit fort.

 

Bei einer der vielen brüderlichen Aussprachen unterwegs wird Georg seinem Bruder vorhalten, dass der Vater im Alter immer nach ihm gefragt, er sich jedoch nie gemeldet habe. Später wird Christian dem Bruder vorhalten, er sei nur zu feige gewesen, auch wegzuziehen. Wie oft hat man nicht schon Geschwister im Film Dialoge wie diese wechseln hören?

 

Dass diese Reise trotzdem so leicht und locker, ja beschwingt verläuft, liegt am treffenden Humor.

Indem die beiden Brüder wieder große Jungs sind und den Spaß in ihr festgefahrenes Leben lassen, entdecken sie neue Wege, stoßen sich gegenseitig aus dem Trott, hin zu den Hürden, vor denen sie immer zurückscheuten. Georg zum Beispiel redet sich die zögerliche Haltung gegenüber der von ihm verehrten, unglücklich verheirateten Tanja (Sandra Hüller) schön, indem er sagt, er respektiere den Stand der Ehe. Auch die Auftritte weiterer bekannter Schauspieler wie Alexandra Maria Lara, Wotan Wilke Möhring, Jella Haase mehren den Filmgenuss, zu dem die launige Musikbegleitung mit Rock- und Popsongs ebenfalls ihren Teil beiträgt. Dem Duo Goller und Ziegenbalg ist also erneut ein stimmiger Film gelungen. Trotz seines Mainstreamcharakters erweist er sich als pfiffig genug, um beschwingtes Kinovergnügen zu bieten.

Quelle: kino-zeit.de

 

Mittwoch, 17. Juli 2019 um 20.15 Uhr

"Bohemian Rhapsody" - deutsche Fassung

Genre: Biopic/Musik

Großbritannien/USA 2018

Regie: Bryan Singer, Dexter Fletcher

Drehbuch: Anthony McCarten

Länge: 134 Min.

FSK 6

FBW-Filmbewertung - Prädikat besonders wertvoll

 

"Bohemian Rhapsody" erzählt die Geschichte wie Freddie Mercury und seine Bandmitglieder Brian May, Roger Taylor und John Deacon Queen gründeten – eine der legendärsten Rockgruppen aller Zeiten. Der Film begleitet Queen, während sie Hit über Hit produzieren, die Musikcharts anführen und dabei ihre Musik immer weiter entwickeln. Durch so grundverschiedene Songs wie „Killer Queen”, „Bohemian Rhapsody”, „We Are The Champions” und „We Will Rock You” sowie unzählige weitere Songs gelang der Band ein beispielloser Erfolg, der Freddie zu einem der beliebtesten Entertainer weltweit machte.

 

Doch hinter der Fassade von Erfolg kämpft Freddie mit seiner inneren Zerrissenheit. Der aus Sansibar stammende Parse sucht unablässig nach seinem Platz in der Welt, während er gleichzeitig versucht, sich in einer Gesellschaft, die in Stereotypen und Erwartungen gefangen ist, mit einer Sexualität zu arrangieren, die er selbst kaum definieren kann. Freddie wagt es, sich zu widersetzen, aber zahlt auch den Preis dafür. Zum exzessiven Leben verführt und von dunklen Kräften getrieben, trennt sich Freddie von Queen, um eine Solo-Karriere zu starten. Sein Versuch, sich als Solo-Künstler neu zu erfinden, endet mit Enttäuschung und weiterer Isolation.

 

Freddie, der unter der fehlenden Zusammenarbeit mit Brian, Roger und John – seiner Rock’n’Roll-Familie leidet, erkennt schließlich, dass die Magie von Queen und das Geheimnis ihres Erfolges darin liegt, dass sie zusammenarbeiten und sich gegenseitig beflügeln. Freddie gelingt es rechtzeitig für „Live Aid” – dem größten Konzert aller Zeiten – die Band wieder zu vereinen. Aber das Schicksal und sein exzessiver Lebensstil legen ihm ein niederschmetterndes Hindernis in den Weg, eins das in zwingt, sich seiner eigenen Sterblichkeit zu stellen und sie zu akzeptieren. Nachdem er es ein weiteres Mal schafft, seine persönlichen Konflikte und alle Schwierigkeiten zu überwinden, gibt die Band das beste Konzert in der Geschichte der Rockmusik.

 

Queen zementiert damit ein Vermächtnis, das noch heute Außenstehende, Träumer und Musikliebhaber inspiriert. Auf Freddies Weise, und nicht der vom Rest der Welt.

Quelle: kinocheck.de

 

 

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