Mittwoch, 06. Juni 2018 um 20.15 Uhr

"Das grüne Gold"

Schweden / Deutschland / Finnland 2016
Genre: Dokumentarfilm
Laufzeit: 82 Min.   l   FSK ab 0
Regie und Drehbuch: Joakim Demmer

 

„Das grüne Gold“ versinnbildlicht in nachdenklich stimmenden Bildern einen schier unfassbaren Widerspruch: den von Geldgier getriebenen Landnahmeprozess in einem Staat wie Äthiopien, in dem über die Hälfte der Bevölkerung als unterernährt gilt. Anstatt den fruchtbaren Boden den ansässigen Bauern oder Bewohnern zwecks Bewirtschaftung zur Verfügung zu stellen, verhökert die Regierung das eigene Land Stück um Stück.  Es ist das großer Verdienst von Filmemacher Demmer, diese fatale Entwicklung in seiner Dokumentation ausführlich zu beleuchten und allumfassend darzustellen – inklusive der  Konsequenzen.

Und diese machen fassungslos. Demmer spricht mit Kleinbauern und Einheimischen, die gewaltsam von ihrem Land vertrieben wurden. Sie hatten vorher schon wenig zu leben, nun aber haben sie gar nichts mehr. In ärmlichsten Verhältnissen kämpfen sie nun ums überleben. Auch das zeigt der Film. Besonders wütend stimmt die Tatsache, dass manch ein Investor seinem erworbenen Land sowie dem darauf angebauten Getreide, wenig Beachtung schenkt. Im Film erzählt ein Landwirt, der seine Erträge der äthiopischen Bevölkerung zugute kommen lässt, von einem ausländischen Investor. Vielleicht einmal im Jahr komme er vorbei und schaue nach seinem Ackerland, sagt er.

Regisseur Demmer beweist viel Mut und Willen zur Aufklärung, wenn er mit den Verantwortlichen das Gespräch sucht, u.a. mit Vertretern der Weltbank. Auch an Regierungsmitarbeiter wagt er sich heran. Was diese Demmer gegenüber äußern und wie positiv sie das Wirken der schwerreichen Unternehmen darstellen, wirkt wie auswendig gelernt – und damit wenig überzeugend. Dass sich Demmer mit seinem Film aber auch immer wieder in erhebliche Gefahr brachte, beweist das Schicksal eines äthiopischen Umweltjournalisten, den der Regisseur lange Zeit begleitete.

Als die Regierung den investigativ arbeitenden Journalisten zwingen wollte eine Quelle offen zu legen, blieb ihm nichts andere übrig, als das Land zu verlassen. Damit macht der Film wieder einmal deutlich, dass fragwürdig operierende und gewinnorientierte Regierungen alles dafür tun, um die Wahrheit vor der Bevölkerung zu verschleiern. Und um die vierte Gewalt im Staat – die Medien – mundtot zu machen.

Regisseur, Joakim Demmer, reiste für seinen Film immer wieder in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba sowie nach Gambela. Diese westlichste Region des Landes gehört zu jenen Gegenden Äthiopiens, in denen die Regierung die meisten Landflächen verpachtet. Demmer ist Schwede und studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Er arbeitet auch heute noch teilweise in seiner Heimat. Daneben ist er als Regisseur und Kameramann auch von Berlin aus tätig. Sein Debütfilm, Tod in Gibraltar (2003), brachte ihm eine Nominierung für den „First Steps Award“ ein.

Quelle: Programmkino.de

Mittwoch, 20. Juni 2018 um 20.15 Uhr

"Maudie" (deutsche Fassung)

Kanada / Irland 2016

Genre: Künstlerbiografie

Laufzeit: 115 Min.   l   FSK ab 12
Regie: Aisling Walsh
Drehbuch: Sherry White

 

Kanada, 1930er Jahre. Everett Lewis (Ethan Hawke) lebt als Hausierer zurückgezogen an der Ostküste. Gegen die Einsamkeit und für etwas Ordnung in seiner kleinen Kate entscheidet er sich, eine Haushälterin zu engagieren. Aber auf seine Annonce meldet sich einzig Maud Dowley (Sally Hawkins). Als Kind an rheumatischer Arthritis erkrankt, ist sie sehr zierlich, humpelt und ihre Hände sind verkrüppelt. Maud hat nur einen Wunsch, sie will weg von der Familie, die ihr nichts zutraut.


Und sie will malen. Die ersten Ölfarben bekommt sie von Everett geschenkt. Da hat er längst erkannt, dass Maud als Haushälterin nichts taugt. Statt zu putzen, bemalt sie lieber Stück für Stück das ganze Haus mit farbenfrohen Bildern. Doch trotz alledem, oder gerade deswegen, empfindet Everett mehr und mehr für Maud, auch wenn Liebe und zarte Gefühle bisher in seinem Leben nicht vorkamen.

 

MAUDIE erzählt die wahre und sehr berührende Geschichte von Everett und Maud, die beide vom Leben nie begünstigt wurden, aber durch ihre Liebe füreinander das größte Glück fanden. Noch in den letzten Jahren ihres Lebens erlebte Maud Lewis ihren Durchbruch als Folk Art Künstlerin. Ihre Gemälde hängen heute in zahlreichen Kunstsammlungen weltweit.

Quelle: maudie-derfilm.de

 

 

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